Aus eins mach zwei

Das Elternbad: Durch den Einbau einer zusätzlichen Tür haben die Eltern jetzt direkten Zugang vom Schlafzimmer zum Bad ohne einen Umweg über den Flur. Den Platz unter der Dachschräge nutzten wir für den Einbau der Wanne. Sie ist in ein großzügiges Podest mit Stufe eingelassen. Für mehr Licht wurde über der Wanne ein neues Dachflächenfenster eingesetzt. Als praktischer Nebeneffekt entstand so mehr Kopffreiheit in der Wanne. Das Podest zieht sich bis in die danebenliegende Dusche und dient dort als Sitzplatz und Ablage. Als Duschabtrennung kommen nur zwei Festglaselemente zum Einsatz, aufgrund der Größe der Dusche und der großen Freifläche davor hat sich das als völlig ausreichend erwiesen. Die Waschtische sind an die Stirnwand der Gaube gerückt. So genießen die Kunden bei der Benutzung nun den Blick über Bäume und Felder. Der Spiegel – mit integrierter Beleuchtung – wurde einfach an die rechte Seitenwand der Gaube gesetzt. Diese Position hat den Vorteil, dass die Kunden sehr nah an den Spiegel herantreten können, ohne sich über das Becken beugen zu müssen. Die Wand gegenüber der Gaube ist in einem Petrolton abgesetzt, ein großer Handtuchheizkörper und ein gleich großer Spiegel sind dort montiert. Die Dachschräge rechts neben der Gaube war nicht breit genug, um sie offen sinnvoll nutzen zu können, daher ließen wir sie schließen. Vom Schreiner wurde dort ein Schrank flächenbündig eingelassen. An der Kopfseite fand das WC seinen Platz, direkt an der Tür und trotzdem in einer „gemütlichen“ Ecke abgesetzt vom Rest des Raumes.

Das Kinderbad: Der ursprüngliche Eingang ins Bad ist jetzt zum Eingang für das Kinderbad geworden. Die Trennwand zwischen den beiden Bädern wurde unter den mittigen Balken gesetzt. Ein Versatz der Wand im Mittelteil bringt für das Kinderbad mehr Raum und schafft eine Nische für die Waschbecken. Diese Wand ließen wir in einem hellen, frischen Blauton streichen. Links neben der Tür wurde ein Einbauschrank in die Schräge einpasst, daneben ist noch Platz für einen Handtuch-Heizkörper. Auch dieses Bad ist mit Wanne und bodenebener Dusche ausgestattet. Um mehr Licht in den Raum zu bringen und um die Kopffreiheit zu vergrößern, ließen die Kunden die beiden nebeneinander liegenden Dachflächenfenster gegen ein durchgehendes Fenster austauschen. Das Einbauelement des WCs ist in die Dachschräge eingebaut, auf der Fläche daneben entstand ein Sitzplatz für die Wanne. Die Schräge hinter der Wanne ist mit Schiebetüren verschlossen. In diesem praktischen Stauraum ist jede Menge Platz für Handtücher und Spielzeug.

Der Wäscheabwurf: In der Garage unter den Bädern wurde ein Hauswirtschaftsraum abgetrennt und ein Rohr als Wäscheabwurf durch die Decke geführt. Es endet oben in der Wand zwischen den beiden Bädern und ist von beiden Seiten zugänglich. Vom Schreiner wurde dafür ein kleiner Schrank mit Türen zu beiden Seiten in die Mittelwand eingebaut. Er verschwindet jeweils hinter den Eingangstüren. So lernen die Kinder spielerisch, ihre Schmutzwäsche aufzuräumen.

Die Farben und Materialien: Wie heute üblich wurden in beiden Bädern nur die unbedingt notwendigen Flächen gefliest. Am Boden sind Fliesen in Naturstein-Optik – mit der Rutschklasse R10 B – im Drittel-Verband verlegt. Unterschiedliche Fliesenbreiten verstärken den Naturstein-Look, gleichzeitig ermöglichten sie die Aufnahme von verschiedenen Bezugslinien. Ihre warmen Grauschattierungen lassen die Bäder modern wirken, schlagen aber auch eine farbliche Brücke zu den Holzflächen. Denn passend zu den sichtbaren Balken wurden Massivholzplatten als Abdeckungen und Ablageflächen eingesetzt. Für die Wände wählten wir passende hellgraue Fliesen mit einer dezenten Zeichnung aus. Dort und auf den Wannenpodesten wurden die Fliesen auf Kreuzfuge verlegt. Großen Wert legten die Kunden auf eine Ausführung ohne Eck- oder Abschluss-Schienen. Diese Anforderung haben die Fliesenleger auf wahrhaft meisterliche Weise erfüllt. Alle Außenecken – auch die mit drei Flächen – wurden perfekt auf Gehrung gearbeitet und der Fliesenplan in allen Details umgesetzt. Und dort, wo der Blick auf die Fliesenkante normalerweise mit einem Abschlussprofil verdeckt wird, wurde sie gespachtelt und mitgestrichen. Fliesen und Anstrich gehen so nahtlos ineinander über.

 

Über dieses Projekt hat Birgit Hansen einen Artikel geschrieben, erschienen in der Zeitschrift Fliesen + Platten.

Elternbad

Kinderbad

Vorher

Die ursprünglichen Raumkonzepte des Umbaus finden Sie hier: