Bad – Neuheiten

Das Bad bekommt im Wohnbereich einen immer größeren Stellenwert. Die Industrie hat das erkannt und bietet zahlreiche neue Produkte für die gestiegenen Ansprüche der Kunden. Private Wellness-Oasen können so auf kleinem Raum realisiert werden. Gleichzeitig wird der Aspekt der Nachhaltigkeit im Bad immer wichtiger. Und mit gut gestalteten Produkten lassen sich die Bedürfnisse der Generation 50+ erfüllen.

Hier finden Sie Auszüge aus dem Buch Praxis-Handbuch Badmodernisierung von Birgit Hansen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Nachhaltigkeit – Green bathroom

Die Nachhaltigkeitsdiskussion hat auch das Bad erreicht. Hier können nachhaltige Effekte vor allem in drei Bereichen erzielt werden: Wassereinsparung, Energieeinsparung und Materialauswahl. Der tägliche Verbrauch an Wasser beträgt in Deutschland pro Kopf rund 120 l, davon entfallen ca. zwei Drittel auf Bad und WC. Mit dem Wasserverbrauch direkt verbunden ist der Energieverbrauch für die Wassererwärmung. Nachhaltigkeit im Bad bedeutet aber nicht, sich in seinem Komfort einzuschränken. Der Ansatz ist vielmehr ein sinnvoller Umgang mit Wasser und Energie.

Das WC ist mit einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 35 l pro Tag eine der größten Wasserverbrauchsstellen im Bad. Moderne Toilettenspülungen haben einen Wasserverbrauch von 6 l pro Spülung und Zweimengenspültasten, mit denen die Wassermenge nach Bedarf gewählt werden kann. Mit neu entwickelten Spülungen kann die Wassermenge in Verbindung mit speziell geformten WC-Schüsseln und einem besonderen Wasserverteilungssystem bis auf 2 und 4 l bei der Mengenwahl reduziert werden.

Wassersparende Armaturen und Brausen können durch die Beimischung von Luft die Wassermenge um bis zu 60% reduzieren, ohne den Komfort einzuschränken. In modernen Armaturen sind entsprechende Durchflussmengenbegrenzer bereits Standard, sie können aber auch in den meisten bereits installierten Armaturen nachgerüstet werden. Da dem Wasser Luft beigemischt wird, bleibt der volle Strahl erhalten.

Thermostatarmaturen in der Dusche oder an der Wanne reduzieren lange Vorlaufzeiten und halten die einmal eingestellte Temperatur auch bei Druckschwankungen konstant, sodass das Nachregulieren entfällt. Zum Einseifen kann das Wasser abgestellt werden, ohne die Temperatur danach wieder neu justieren zu müssen.

Berührungslose oder selbstschließende Armaturen sind aus öffentlichen Anlagen bekannt, können aber auch im Privatbereich, z. B. im Gäste-WC, den Wasserverbrauch reduzieren, da sie nur so lange Wasser liefern, wie sich die Hände im Bereich des Sensors befinden.

Langlebige Produkte, die möglichst ressourcenschonend hergestellt und recycelbar sind, haben eine bessere Ökobilanz. Einen Anhaltspunkt können hier die Umweltdeklarationen oder EPDs (Environmental Product Declaration) des Instituts Bauen und Umwelt geben. Nicht zuletzt erhöht auch eine zeitlose Gestaltung die Langlebigkeit eines Bades und verbessert damit die Ökobilanz.

Wassersparendes WC
Wassersparendes WC


Wassersparende Brause
Wassersparende Brause


Thermostatarmatur
Thermostatarmatur


Berührungslose Armatur
Berührungslose Armatur


Altersgerechtes Bad

Mit zunehmendem Alter verbringen die Menschen oft auch mehr Zeit im Bad. Umso wichtiger ist eine wohnliche und gleichzeitig sichere und komfortable Gestaltung.

Wichtig sind im altersgerechten Bad ausreichend große Bewegungsflächen, sodass es möglich ist, sich auch mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl zu drehen und zu bewegen. Die Tür zum Bad, leider oft schmaler als die Türen zu anderen Räumen, sollte so breit wie baulich möglich sein, ideal sind 101 cm. Sie sollte außerdem nach außen zu öffnen sein. So kann eine zweite Person auch dann in das Bad gelangen, wenn jemand gestürzt ist und hinter der Tür liegt. Gleiches gilt auch für die Tür der Duschabtrennung. Sie sollte mit einem Pendeltürbeschlag ausgestattet sein.

Eine bodenbündige Dusche ist ein wichtiges Element. Die Dusche sollte mindestens 120 cm × 120 cm groß sein und eine rutschhemmende Oberfläche haben. Ein Klappsitz in der Dusche benötigt wenig Platz und steht immer zur Verfügung, wenn er benötigt wird. Thermostatarmaturen halten eine einmal gewählte Temperatur auch bei Druck- oder Temperaturschwankungen und bieten gleichzeitig einen Verbrühschutz. Eine mit einer Hand leicht zu bedienende Brausenverstellung erleichtert die Handhabung.

Waschtische sollten mit einem Flachsiphon ausgestattet sein, um auch im Sitzen ausreichenden Beinraum zu bieten. Sie sollten zudem für das Greifen und ein Heranziehen, z. B. durch eine Griffstange, ergonomisch geformt und ausgestattet sein. Die Oberkante sollte bei einer Höhe von ca. 80 cm liegen. Armaturen sollten generell als Einhebelmischer ausgeführt werden. Sie lassen sich leichter bedienen und schneller einstellen als Zweigriffarmaturen.

Bei der Auswahl der Handtuchheizkörper sind Modelle sinnvoll, deren Rohrenden an einer Seite frei sind. Dies ermöglicht ein leichteres Aufhängen der Handtücher in der jeweils bequemen Höhe.

Klappsitz in der Dusche
Klappsitz in der Dusche


Waschtisch mit Griffstange
Waschtisch mit Griffstange


Handtuchheizkörper
Handtuchheizkörper


Bodenbündige Duschen

Bodenbündige Duschen lassen das Bad durch den durchgehenden Bodenbelag größer wirken. Beim Einbau ist besonders auf die Abdichtung gegen Feuchte zu achten. Vorgefertigte Unterbodenelemente gewährleisten diese Abdichtung und ein korrektes Gefälle zum Ablauf. Hierfür ist die Höhe für den Aufbau im Boden einzuplanen. Diese ist in Bestandsbauten nicht immer gegeben. In solchen Fällen ist eine bodenbündige Dusche nur mit einer Stufe oder einem Podest zu realisieren. Neben der technischen ist dann auch eine gestalterische Lösung gefragt.

Bei der Wahl des Bodenbelags ist auf ausreichende Rutschfestigkeit zu achten. Auch wenn es im Privatbereich nicht vorgeschrieben ist, sollten immer rutschfeste Fliesen gewählt werden.

Bodenbündige Dusche
Bodenbündige Dusche


Duschrinnen

Speziell bei großen Duschen werden zunehmend Duschrinnen eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass weniger Gefälleschnitte im Bodenbelag angelegt werden müssen, da lediglich ein geringes Gefälle zu einer Seite erforderlich ist. Bei der Planung ist die Einbauhöhe im Boden zu beachten, auch wenn die Rinnen immer flacher werden und teils nur noch eine Höhe von 54 mm haben.

Duschrinne
Duschrinne


Multifunktionsduschen

Multifunktionsduschen werden als Fertigelemente in eine Nische eingebaut oder stehen frei vor einer Wand und können auf kleinem Raum verschiedene Duschfunktionen in Kombination mit einem Dampfbad, teilweise auch mit einer Sauna bieten. Vor dem Einbau ist zu prüfen, ob die erforderlichen Anschlüsse für Strom und Wasser zur Verfügung stehen bzw. hergestellt werden können.

Multifunktionsdusche
Multifunktionsdusche


Duschpaneele, Duschsysteme

Duschpaneele und Duschsysteme sind funktionsreduzierte Varianten der Multifunktionsduschen. Sie benötigen keinen eigenen Raum und können in jeder ausreichend großen Dusche installiert werden und auf kleinem Raum mehrere fertig vorinstallierte Funktionen bieten. Bei genügend verfügbarem Platz können sie mit einem einfachen Anschluss auch in einer bestehenden Dusche genutzt werden. Duschpaneele werden als Wand- oder Ecklösung angeboten.

Duschsystem
Duschsystem


Regenbrausen

Regenbrausen sind als Einbau- oder Aufbauvariante an Wand oder Decke auf dem Markt. Je nach Größe bieten sie unterschiedliche Zonen und Regenvarianten. Sie sollten jedoch nicht als einzige Brause in der Dusche installiert sein, sondern mit einer höhenverstellbaren Handbrause kombiniert werden, um duschen zu können, ohne dass die Haare nass werden. Wegen der großen durchfließenden Wassermenge müssen entsprechend dimensionierte Abflüsse geplant werden. Auch ein eventuell vorgesehener Warmwasserspeicher muss ausreichend groß ausgelegt werden. Der benötigte Wasserdruck ist je nach Produkt unterschiedlich, sollte aber nicht unter 1,5 bar liegen.

Regenbrause
Regenbrause


Sauna

Früher war die Sauna – neben dem Partyraum – oft im Keller des Hauses untergebracht. Heute wird die Sauna zunehmend im Bad und damit im unmittelbaren Lebensraum eingebaut. Möglich wird dies durch Serienprodukte in sehr kompakter, teilweise modularer Bauweise. Es gibt aber auch neue Gestaltungsmöglichkeiten für Saunen, vor allem bei den Außenverkleidungen. So lässt sich eine Sauna heute in jedes Ambiente integrieren. Ab einer gewissen Raumgröße und der damit verbundenen nötigen Heizleistung des Saunaofens muss hierfür jedoch ein Starkstromanschluss vorhanden oder die Möglichkeit zur Installation gegeben sein.

Sauna
Sauna


Feuer

Ein neuer Trend – nicht nur im Bad – sind Feuerstellen, die mit Bioethanol betrieben werden. Solche Feuerstellen erfüllen in erster Linie einen dekorativen Zweck, obwohl bei der Verbrennung auch Wärme erzeugt wird. Es sollten Geräte von Herstellern mit Prüfzertifikaten externer Institute gewählt werden. Es ist außerdem darauf zu achten, dass die Flamme jederzeit gelöscht werden kann, indem die Luftzufuhr unterbrochen wird. Solche Feuerstellen sind als mobile Modelle oder als Einbauelemente auf dem Markt.

Bioethanol-Feuerstelle
Bioethanol-Feuerstelle


Technik

Die Digitalisierung macht auch vor dem Bad nicht halt. Die Steuerung mittels Sensoren und Elektronik vor allem bei Armaturen soll nicht nur den Komfort und die Sicherheit erhöhen, sondern auch Wasser sparen. So lässt sich die Wassertemperatur elektronisch einstellen und auch ganze Programmabläufe können programmiert werden, um eine individuelle Lichtinszenierung oder Duschsequenz abzurufen.

Auch das Home-Entertainment hält Einzug ins Bad, sei es die Musikanlage oder der Fernseher. Beheizte Bildschirme, abgedichtete Gehäuse und wasserfeste Lautsprecher ermöglichen einen ungetrübten Genuss.

Elektronische Wannenarmatur
Elektronische Wannenarmatur


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